Es lässt sich nicht genau nachweisen, wann mit der Imkerei in Herscheid angefangen wurde. Summ Summ SummDie ersten Menschen siedelten hier im Sauerland wegen des rauen Klimas erst ca. 400 n. Chr. Es ist anzunehmen, dass die ersten Bewohner zunächst Honig von wilden Bienen aus natürlichen Baumhöhlen sammelten. Bald danach fingen sie an, künstliche Höhlen in Bäume zu schlagen. Darin sollten sich die Bienen ansiedeln. Das machte man in drei bis vier Metern Höhe, um dem größten Honigräuber, dem Bären, die Arbeit zu erschweren. Später sägte man die Baumstücke heraus und stellte diese Klotzbeute in der Nähe des Hauses auf. Nach der Erfindung der Rähmchen für den Wabenbau im 19. Jhd. wurde überwiegend in Holzkästen und Bienenhäusern geimkert. Ab Mitte des 20. Jhds. gibt es in Deutschland überwiegend die Magazinbeute, die auch im Freien aufgestellt werden kann.

Im Jahre 904 n. Chr. wurde Herscheid das erste Mal urkundlich genannt. Zu dieser Zeit gab es bereits Bienenhaltung in der Nähe von Wohnhäusern. Zuerst in den ausgehöhlten Baumstücken, den Klotzbeuten, und danach in Strohkörben und Holzkästen.

Der Herscheider Imkerverein

Honig ist die einfachste Möglichkeit Süßungsmittel direkt aus der heimischen Natur zu gewinnen. Zudem enthält er eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Stoffen. Ähnlich wichtig sind die weiteren Bienenerzeugnisse, wie Wachs und Propolis. In unserer heutigen, hochindustrialisierten Gesellschaft, werden diese jedoch oft durch importierte oder künstliche Stoffe ersetzt. In Notzeiten, wenn solche Produkte für die meisten Menschen nicht zu bekommen sind, haben sich viele Leute immer wieder auf die Bienenhaltung besonnen.

So kann man auch am Auf und Ab der Mitgliederzahl des Herscheider Imkervereins die Versogungslage der ansässigen Bevölkerung ablesen.

August Schulte, VogelsangMitten im 1. Weltkrieg, am 18. Februar 1917, gründeten sechs Imker den "Bienenzuchtverein im Amte Herscheid". In den ersten Nachkriegsjahren stieg die Zahl der Herscheider Imker auf 88 an (1922). Mitte der dreißiger Jahre, in besseren Zeiten, waren es nur noch 34 Imker (1936).

Nach dem 2. Weltkrieg versorgten wieder 75 Imker fast 400 Bienenvölker (1946). Mit dem Wirtschaftswunder in den 50er Jahren sank die Zahl der Herscheider Imker dann auf knapp 20 ab. Aus der Imkerei zur Selbstversorgung mit notwendigen Produkten war ein reines Hobby geworden.

Seit 2008 steigt die Zahl der Imker wieder an. Heute sind über 50 Imkerinnen und Imker im Verein organisiert. Zur Faszination des Umgangs mit Honigbienen ist etwas Neues hinzugekommen: Das Bewusstsein, als Imker einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Natur zu leisten. Die Freude, naturreine Lebensmittel selbst erzeugen zu können, ist ein Ansporn in unserer industrialisierten Gesellschaft.

So haben sich Imker und Imkerei im Laufe der Zeit gewandelt. Die Imker blicken heute mit ganz anderen Augen aber zuversichtlich auf die kommenden Jahre.